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Letzte Aktualisierung am Donnerstag, 10. Mai 2012

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Begrüntes Dach

In einigen Ländern (Finnland, Norwegen, Island) sind begrünte Dächer fast eine Tradition und seit Jahrhunderten etabliert. Das Gründach ist auch in unseren Breiten durch moderne technische Entwicklungen im Bereich der Dachabdichtungen möglich und selbst für geneigte Dächer sinnvoll. Technisch sind heute diese Art von Dächern problemlos auszuführen. Das begrünte Dach bringt viele Vorteile mit sich: - Das Regenwasser wird gespeichert - Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht - eingebauter sommerlicher Wärmeschutz des Daches infolge des Kühleffekts - gute Schalldämmeigenschaften der Dachschichten - Verbesserung der mikroklimatischen Verhältnisse durch erhöhte Luft- feuchtigkeit (Staubbindung) Begrünte Dächer werden unterschieden nach der Art der Bepflanzung in Dächer mit extensiver Bepflanzung: - Kräuter, Moose, Sedum und Trockengräser, Rasen mit einer Wachstumshöhe bis höchstens 15 cm - es ist keine künstliche, zusätzliche Bewässerung notwendig - geringes Flächengewicht des Aufbaus, wirkt sich statisch günstig auf die Unterkonstruktion aus - geringe Substratschichten (Vegetationsschicht) von nur 1 cm bis max. 15 cm - Die extensiv begrünte Fläche ist für eine weitere Benutzung meist nicht belastbar, wenn dies nicht bereits in der Planung berücksichtigt wird intensiver Bepflanzung: - Bepflanzung möglich von Sträuchern, Stauden bis hin zu Bäumen - es ist eine regelmäßige Pflege und künstliche Bewässerung notwendig - die Dicke der Vegetationsschicht beträgt mindestens 15 cm - durch hohes Flächengewicht des Aufbaus wird eine entsprechend tragfähige Unterkonstruktion, z.B. eine Stahlbetondecke, erforderlich - die Fläche ist wie eine normale Gartenfläche nutzbar.

Dachbegrünung

Es gibt viel, was für Dachbegrünung spricht und wenig dagegen. Zunächst die typischen Einwände:

    1.Das Wurzelwerk macht mir doch das Dach kaputt!

    2.Da entsteht Staunässe, und dann tropft's durch Dach durch!

    3.Insekten, Nager und was weiß ich noch alles wird sich auf meinem Dach tummeln!

    4.Wie sieht das denn aus!

    5.Kostet extra - bringt mir gar nichts!

    Man kann dem eine ganze Anzahl von Vorteilen entgegensetzen:

    Dachbegrünungen werden gemeinhin als Verschönerung des Dachbildes angesehen. Selbst Gegner haben sich schon oft eines besseren besonnen, wenn Sie die kleine Wiese erst einmal vor Augen hatten. Der Blick ins Grüne entspannt, das kennt jeder.

    Dachbegrünungen verbessern das "Mikroklima", d.h. sie verringern die Staubfracht der Luft und gleichen die Luftfeuchtigkeit aus.

    Dachbegrünungen halten Niederschlagswasser zurück, das sonst in die Kläranlage laufen würde und teuer gereinigt werden müsste. Stattdessen geben sie es "destilliert" an die Atmosphäre zurück.

    Grasdächer können die örtlichen Windgeschwindigkeiten verringern. Böige Winde können zwischen Häusern ein störendes Problem sein.

    Sie bilden einen hervorragenden sommerlichen Wärmeschutz für den Dachbereich.

    Schalldämmung

Ein Grasdach macht das Dach nicht kaputt. Entscheidend ist die sachgerechte Ausführung, aber man ist sich einig, dass ein gut ausgeführtes Flachdach die Lebensdauer der Dachabdeckung verlängert. Insbesondere entscheidend ist die Ausführung der Drainage.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Dachbegrünung auszuführen:

  • Einschichtaufbau mit Lavaschlacke, Blähton/ Blähschiefer: Die einfachste Methode. Das Granulat (ähnlich einer Hydrokultur) ist gleichzeitig die Drainage. Hier ist die Wärmedämmung schlecht, und es muss damit gerechnet werden, dass sich keine "wiesenartige" Vielfalt ausbreitet, die sich selbst über viele Jahre erhält. Diese Typen müssen oft gedüngt werden und erzeugen daher Folgekosten.
  • Mehrschichtaufbau mit mineralischer Dränage-Schüttung: Dieser Aufbau hat (wie die folgenden auch) eine Substratschicht, die den Pflanzen eine sichere Grundlage gibt. Diese Aufbauten sind relativ pflegeleicht, da sie wenig gedüngt werden müssen.
  • Mehrschicht-Systemaufbau und Wärmedämmender Systemaufbau: Systemaufbauten arbeiten mit einer Drainage.

Weiter zu beachten ist:

  • Ab 45° Dachneigung sind Dachbegrünungen kaum noch sinnvoll.
  • Der Dachausbau muss dem erhöhten Gewicht gewachsen sein. Es gibt jedoch Varianten, die nicht schwerer als ein Kiesdach sind.

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